VERDI/Tarr Adagio Trompete (Horn, Posaune) und Orgel


VERDI/Tarr Adagio Trompete (Horn, Posaune) und Orgel

Artikel-Nr.: MN 30185
14,00
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Schwierigkeit (I-VI): III
Solostimmen für: 
   Trompete in D und B

   Horn in F
   Posaune
Serie: Edward Tarr Brass

Herausageber: Edward H. Tarr

Verdis Adagio – ein Originalwerk für Solotrompete

Bevor dem jungen Verdi der Durchbruch zum weltweit gefeierten Opernkomponisten gelang, hatte er 1836-39 die bescheidene Stellung eines maestro di musica in seinem Geburtsort Busseto bei Parma inne. Die Werke, die er dort für die Filarmonici di Busseto und für die Kirche schrieb, vernichtete er später.

Eines dieser Werke jedoch, ein "Adaggio" [sic] für Solotrompete und Orchester, blieb mit einigen wenigen anderen Dokumenten im Hause seines Schwiegervaters Barezzi erhalten. Im August 1996 erwarb das Trompetenmuseum Bad Säckingen das handschriftliche Orchestermaterial dieses bisher unbekannten Werkes, das stark an eine Opernkavatine erinnert. (Die deutsche Erstaufführung fand am 1. Februar 1997 im Bad Säckinger Münster statt. Es spielte der Orchesterverein Bad Säckingen unter der Leitung von Josef Polyak mit dem Herausgeber als Solisten.)

Das Soloinstrument ist eine Trompete in D. Nicht gemeint ist die heutige kurze D-Trompete, sondern die große "romantische Trompete", die eine Oktave tiefer steht und deren Klang – vor allem in der Lage, in der das Adagio gehalten ist – etwas horn- oder posaunenartiges hat. Dem Originalklang wäre wahrscheinlich ein Flügelhorn näher als eine B-Trompete.

Es haben sich einige Programme der Filarmonici di Busseto erhalten, zum Beispiel eines vom 4. Februar 1838, in dem ein gewisser Pietro Garbi ein "Divertimento per Tromba delle chiavi estratto da diversi motivi del M[aestr]o Bellini" eines unbekannten Komponisten und ein anderes vom 18. Februar 1838, in dem er ein "Divertimento per Tromba delle chiavi" von Verdi spielt. (Beide Kompositionen – es könnte sich allerdings in beiden Fällen um das gleiche Werk handeln – sind heute verschollen.) Garbi ist seit 1834 in den Akten als Orchestermitglied nachweisbar. Neben der "Tromba delle chiavi" spielte er auch Violine. Eigentlich müßte "Tromba delle chiavi" Klappentrompete heißen, und es ist bekannt, dass dieses Instrument in italienischen Orchestern verwendet wurden, schrieb doch Mendelssohn am 14. Februar 1831 aus Rom, "daß die Trompeter durchgängig auf den verfluchten Klappentrompeten blasen". Der Herausgeber ist jedoch der Meinung, dass hier die Ventiltrompete gemeint ist. In der Frühzeit des Ventils hatte sich noch keine endgültige Terminologie herausgestellt, "chiave" konnte sowohl Klappe als auch Ventil heißen. Die Solostimme des Verdi-Adagios, mit ihrem tiefen Umfang und mit ihren vielen halbtönigen unteren Wechselnoten, deutet meiner Meinung nach viel eher auf eine Ventil- als auf eine Klappentrompete.

Das Adagio könnte als instrumentales Zwischspiel kirchlichem Gebrauch gedient haben, wie es in Italien bis ins späte 19. Jahrhundert üblich war; höchstwahrscheinlich aber gehört es zu jenen zahlreichen heute verlorenen Werken, die Verdi auf Veranlassung Barezzis für die Società Filarmonica von Busseto komponierte.

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