ANONYM/Tarr (Czech 1670) Sonata à 5 5 Trompeten, B. c. (Orgel)


ANONYM/Tarr (Czech 1670) Sonata à 5 5 Trompeten, B. c. (Orgel)

Artikel-Nr.: MN 30079
16,50
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Instrumentation: 5 Trompeten, B. c.
Schwierigkeitsgrad (I-VI): V
Stimmen: 
     1.-5. Stimme: Clarino (Trumpet) in C
     6. Stimme: B. c. (Organ)  
Serie: Edward Tarr Brass      
Herausgeber: Edward H. Tarr

Dieses Opusculum befindet sich in der umfangreichen Notensammlung, die fruher Karl Liechtenstein-Kastellkorn, dem Fürstbischof von Olmütz (reg. 1664-1695), gehörte und in seiner Residenz in Kremsier (heute: Kroměřiž, Tschechoslowakei) aufbewahrt wurde. Es wird in keiner der Standardbibliographien der Trompetenliteratur erwahnt.

Musik dieser Art fur mehrere Trompeten und Basso continuo ist sehr selten. Gerade aus Böhmen aber gibt es zwei wichtige Werke, die H. I. F. Biber (1644-1704) in den Jahren 1668 und 1673 fur sechs bzw. acht Trompeten, Pauken und Basso con­tinuo komponierte und die heute noch erhalten sind.2 Die vorliegende anonyme Sonate aus dem Jahre 1670 ist also eines von nur drei Werken dieser Art, die auf uns gekommen sind.
Biber war der erste wichtige Komponist, der in Kremsier gearbeitet hat; er verabschiedete sich 1670 auf französisch, um nach Salzburg zu gehen, wo er den Rest seines Lebens verbrachte und von wo aus er, nebenbei bemerkt, immer wieder Manuskripte seiner Werke an seinen ehemaligen Brotgeber sandte. Bibers Nachfolger als Musikdirektor in Kremsier war der Hof- und Feldtrompeter Pavel Josef Vejvanovský (1639/40-1693). Andere Komponisten, die entweder in Kremsier aktiv waren oder wie Biber ihre Noten ans dortige Archiv schickten, waren Antonio Bertali (1605-1669), P. August Kerzinger (tätig um 1650), Alessandro Poglietti (gest. 1683), Ferdinand Tobias Richter (1649-1711), P. Philipp Jacob Rittler (tatig 2. Halfte des 17. Jhs), Johann Heinrich Schmelzer (1623-1680) und P. Jan Křtitel Tolar (tatig um 1675). Bertali, Poglietti, Richter und Schmelzer waren am habsburgischen Kaiserhof in Wien tätig. Alle diese Komponisten, die zu den talentiertesten ihrer Zeit gehören, schrieben fur die Trompete.
Die vorliegende Sonate könnte von einem dieser Herren kom- poniert worden sein, aber es könnte sich dabei auch um das Werk eines ihrer Schüler handeln. Allein die Anonymität ihrer Überlieferung spricht gegen die Autorschaft eines Berühmten, um die vielen Satzfehler, die allerdings wenigstens zum Teil auch Kopistenfehler sein könnten, nicht zu erwähnen. (Siehe Korrekturliste unten.) Sie besteht aus einem einzigen Satz, weist jedoch mehrere Abteilungen auf, wie es damals fur diese Gattung üblich war. Es wird von allen fünf Trompetern erwartet, dass sie im Clarinregister spielen; dabei hat der 1. zweimal bis zum hohen c“‘ hinauf zu spielen, wahrend der 5. eine ziemlich tiefe Stimme hat, die hinunter bis c reicht, dem selten gebrauchten 2. Partialton der Naturtonreihe.

 

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