Music for the King's Trumpeter

Music for the King's Trumpeter

MUSIK FÜR DES KÖNIGS TROMPETER
Werke, die für die „Sergeant-Trumpeter“ des Königs von England, Matthias, William und John Shore und Valentine Snow,
oder zu ihrer Zeit geschrieben wurden
HERAUSGEGEBEN VON CRISPIAN STEELE-PERKINS

Die Serie
„Trumpet Tunes“ und „-Sonaten“ waren während des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts in London eine beliebte Form der Unterhaltung in Konzertsaal, Theater und Gasthaus. Die Musik hat die Jahre in unterschiedlicher Weise überdauert, zusammen mit Nachweisen über bestimmte Aufführungen, Aufführende und deren Entlohnung. Manche Stücke blieben über ein halbes Jahrhundert im Gebrauch, insbesondere beim Instrumentalunterricht, und in jüngster Zeit sind manche als Hochzeit-„Voluntaries“ wieder auferstanden, obwohl ihr Charakter, Tempo und sogar die Namen der Komponisten geändert worden sind. Jeremiah Clarke zum Beispiel, bereitete seine beliebten Melodien mit großer Umsicht für die Aufführung auf nichtaushaltenden Instrumenten wie Cembalo oder Spinett vor; übersetzt auf eine riesige moderne Dom-Orgel, verursacht die ausgefüllte Harmonie die Verlangsamung des Tempos um die Hälfte, sodass lebhafte („brisk“) Stücke wie The Prince of Denmark’s March oder Trumpet Tune (Song) pompös und träge werden und die flotte Energie der Aufführungspraxis der Zeit um 1700 verlieren. Mit dem korrekten Tempo findet das Ohr keinen Anstoß an den 11. und 13. harmonischen Tönen der Naturtrompete und die geschmacklose Überverzierung, die in letzter Zeit bei Aufführungen dieser eleganten Musik zur Mode geworden ist, wird irrelevant und überflüssig. Es wäre ohne Zweifel hilfreich, zeitgenössische Berichte im Auge (oder Ohr) zu behalten, denen zu Folge das Trompetenspiel von Shore, Grano, Douglas und anderen „süß wie eine Oboe, zwitschernd wie Vogelsang“ gewesen sein soll [Roger North].
Das Material für diese Serie liegt oft mehrmals in verschiedenen Versionen vor; werden Fassungen für Tastatur-Instrumente als Quellen berücksichtigt, so wird die “ausgefüllte Harmonie wieder zu der einfachen Harmonie, die diese andeuten, zurückgeführt. In ähnlicher Weise werden bei nur zweistimmigen Quellen die Mittelstimmen nach Art der Zeit rekonstruiert. 

John Shore, Trompeter, Lautenspieler und Erfinder
London erlebte zu der Zeit des eleganten Wiederaufbaues nach dem Großen Feuer von 1666 eine kulturelle Blütezeit: zunehmender kommerzieller Wohlstand zog talentierte und ehrgeizige Männer von überall in Europa an, unter ihnen Musiker auf der Suche nach Berühmtheit, Reichtum und Gönnerschaft. Einer ihrer bedeutendsten Mäzenen war die Prinzessin Anne, Königin 1702 bis 1714, Tochter von James II, Frau Georgs, Prinz von Dänemark, Schwester der Königin Mary und Mutter Williams, des Herzogs von Gloucester, ein kränkelndes Kind, das im elften Lebensjahr gestorben ist. Für Gloucesters 6. Geburtstagsfeier komponierte Henry Purcell eine Ode. Die Trompetenstimme, deren kriegerische Töne dem kleinen Prinzen besonders gefielen, wurde bei dieser Aufführung von John Shore gespielt, dessen Familie mit Purcell bestens bekannt war. Obwohl seine Ausbildung zum Ziel gehabt hatte, seinem Vater und Onkel als königlicher Hoftrompeter zu folgen, genoss er zudem eine gründliche musikalische Ausbildung als Lautenspieler und Instrumentenmacher. Sein Vater Mathias hatte gut geheiratet und den lukrativen Verwaltungsposten des Sergeant-Trumpeters (eine Stelle, die normalerweise von einem Nicht-Trompeter besetzt wurde) ergattert. Zudem besaß er, als spekulatives Unternehmen, The Folly, einen in ein schwimmendes Haus der Unterhaltung umgebauten Lastkahn, der mit 24 Fenstern und 4 Festsälen prahlte und zeitweilig sogar eine eigene Anlegestelle auf dem Thames Embankment hatte.
Durch den Umgang mit den ausgezeichneten Musikern, die aus Frankreich, Holland, Italien und sogar Moravia nach London emigriert waren, lernte John Shore neue Kunstgriffe und Techniken kennen, die seinem Trompetenspiel eine als einmalig angesehene Beherrschtheit und Beweglichkeit verliehen. Er war so gefragt, dass er sich von seinen militärischen Verpflichtungen zurückzog, um dem aus 24 Musikern bestehenden Hoforchester beizutreten und wurde zudem besoldetes Mitglied der Oboenmusik der Prinzessin Anne.  
Die englische Musik der Zeit wimmelt von Werken für Trompete solo, die fast ausschließlich von John Shore inspiriert wurden. Insbesondere Purcell, der
aus der Verbindung zu seiner Familie und seiner Bewunderung für Johns Aufführungskunst auf der Trompete, jede Möglichkeit wahrnahm, ihn bei der Begleitung seiner Lieder und anderer Theaterstücke zu besetzen.  
Verbliebene Zeitungen, Annoncen und Tagebücher bezeugen seine Virtuosität als Solist und im Duett mit seiner Schwester Katherine sowie anderen berühmten Gesangssolisten. In den frühen Jahren des 18. Jahrhunderts aber, Shore
riß seine Lippe mit Trompetenspielen, und war seitdem nicht mehr in der Lage, auf jenem Instrument zu spielen.  
Er behielt seine Besoldung als Lautenspieler und wurde 1707 Nachfolger seines Onkels William als Sergeant-Trumpeter. Ein Ergebnis seiner weiteren Beschäftigung mit der Musik war 1711 seine Erfindung der Stimmgabel. Er verbrachte den Rest seiner 91 Jahre in Bequemlichkeit und Sicherheit. Zur Bestürzung seiner Verwandtschaft heiratete er 1749 eine Witwe, Frau Speed; man hatte es vermutlich auf die £15.000 abgesehen, die er ihr bei seinem Tod 1753 vererbte. 

Aufführungshinweise
Diese Musik ist von ganz einfacher Natur und soll auch entsprechend interpretiert werden. Bei Aufführungen mit Orchester ist eine intelligente Anwendung verschiedener Tonfarben wünschenswert, zum Beispiel in dem die Trompete bei manchen Wiederholungen pausiert, da die vorliegenden Quellen oft keine Angabe darüber machen, wann die Trompete spielen soll. Auch bei den Minuetten kann man zum Beispiel eine Wiederholung oder gar einen ganzen Satz nur von Oboen und Fagotten spielen lassen, falls diese zur Verfügung stehen. Die Tempi sollen lebhaft, Verzierungen im allgemeinen auf Triller zur Abschlußkadenz beschränkt sein (siehe oben). Bei Aufführungen mit Tastaturinstrument sollte die Melodie von diesem nur gespielt werden, während die Trompete pausiert.

Die transponierte Versionen
Jeder Titel dieser Reihe erscheint sowohl in der Originaltonart als auch in zwei transponierten Fassungen: in klingend B-dur, damit ein junger Bläser, der bereits über eine gewisse Spielerfahrung verfügt, mit seiner B-Trompete das Werk anhand der Naturtonreihe spielen kann, und in F-dur, damit Anfänger auf dem Instrument Gelegenheit haben, Originalwerke für Trompete in einer Tonhöhe zu spielen, die innerhalb ihrer Fähigkeiten liegt.
 


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